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HGON übernimmt Betreuung des NSG’s „Rotsohl und Thomassee von Dudenhofen“

Das NSG Rotsohl und Thomassee von Dudenhofen ist bedeutend für seine Amphibienvorkommen im Kreis Offenbach. Da es bisher keinen Betreuer gab hat nun Hartmut Müller die Betreuung übernommen. Müller, der auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Hessen e. V. ist, möchte sich für den Erhalt der dortigen Amphibienvorkommen einsetzten. Nachgewiesen sind dort, neben den weit verbreiteten Arten, auch Knoblauchkröte, Kammmolch und Laubfrosch. Ob der Moorfrosch noch vorkommt ist offen.

NSG Pflegeplanbesprechung in diesem Jahr nur virtuell

Corona-bedingt ist unser traditionelles Treffen im Forstamt Langen zur Besprechung der NSG Pflegepläne in diesem Jahr leider ausgefallen.

Das Forstamt hat, leider getrennt in Ost- und Westkreis NSG’s, die Pflegevorschläge für 2021 versandt. Zu den einzelnen NSG’s konnten alle ihre Bemerkungen eintragen und an das Forstamt zurücksenden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen stammen aus dem Planungsjournal von NATUREG. Nicht durchgeführte Maßnahmen aus dem letzten Jahr sollen in diesem Jahr nachgeholt werden.
Die verfassten Stellungnahmen sind an das Forstamt zurückzusenden. Sie sollen in einem zweiten Abstimmungsschritt mit den Behörden ONB/UNB/ALR erörtert und bewertet werden.
Eine resultierende finale Fassung soll letztendlich an alle Beteiligte versendet werden und von allen formal abgesegnet werden.

Unsere Bemerkungen, noch nicht vollständig, vor allem für die Ostkreis-NSG’s haben wir am 27. Dezember 2020 an unser Forsatm Langen geschickt.

Eine Zwergdommel ziert den 36. Ornithologischen Jahresbericht

Der Arbeitskreis Offenbach hat den 36. Ornithologischen Jahresbericht inzwischen zum sechsten Mal gemeinsam mit dem NABU Kreisverband Offenbach herausgegeben. Interessenten können den Jahresbericht für 12,50 Euro inkl. Versand anfordern per E-Mail über hgon-ak-offenbach@web.de oder telefonisch unter 06104-72472.

Unterstützt wurde der Druck des 176 Seiten umfassenden Berichtes dankenswerterweise vom Kreis Offenbach sowie den Städten Offenbach, Neu-Isenburg und Obertshausen.

Den Schwerpunkt des Inhalts bildet der Sammelbericht, für den rund 24.000 Beobachtungs-daten über 196 Vogelarten im Jahr 2019 ausgewertet wurden. Es zeigte sich, dass das Geschehen in der Vogelwelt in Stadt und Kreis Offenbach eher wenig spektakulär war. Bemerkenswert ist, dass ein Kiebitzpaar an seinem letzten Brutgebiet weiter festhält und erfolgreich gebrütet hat. Auch erfolgreiche Bruten der Rohrweihe und vom Rotmilan ragen aus dem Geschehen heraus, ebenso vermehrte Beobachtungen von Wachteln.

Der Weißstorch war erneut mit drei Brutpaaren vertreten, die acht Jungvögel aufgezogen haben. Zwei von ihnen sind leider verunglückt bzw. verschwunden. Ein weiterer Brutversuch ist durch ungünstige Witterungseinflüsse gescheitert. Das Highlight unter den Brutvögeln waren zwei Bruten der Zwergdommel.

Über die Bestandsaufnahme der Brutvögel im NSG Rumpenheimer und Bürgeler Kiesgruben berichtet Joshua Mader, und Wolfgang Ott stellt die von ihm an zwei Angelgewässern angetroffenen Libellenarten vor. Zudem werden die Ergebnisse der Wasservogelzählungen dargestellt und last but not least das Resultat der Feldlerchenkartierung im Jahr 2019 im Kreisgebiet.

Demgegenüber hat erneut kein Brutversuch vom Schwarzhalstaucher stattgefunden, und von der Turteltaube wurde nur eine Beobachtung gemeldet. Diese Art ist sehr wahrscheinlich die nächste, die schon bald in unserem Gebiet ausgestorben sein wird.

Unter den Arten, die gerastet haben oder durchgezogen sind, gab es die eine oder andere Besonderheit, so ein Uhu im Januar, eine Schwarzkopfmöwe und mehrere Bienenfresser im April, ein Ortolan im Mai und ein Austernfischer im Oktober.

Neben dem Sammelbericht gibt es weitere Beiträge:

Rudolf Lehmann und seine Helfer haben die Bestandserfassungen der drei Schwalbenarten in Langen, Egelsbach und Dreieich bereits im 10. Jahr fortgeführt und die Ergebnisse zusammengefasst.

Firma Sehring hilft den Uferschwalben am Langener Waldsee

Bereits seit mehreren Jahren sorgt die Firma Sehring am Langener Waldsee dafür, dass die im Bestand gefährdeten Uferschwalben geeignete Nistmöglich-keiten haben. Diese Vogelart besiedelte einst die Steilufer an naturnahen Flüssen und Seen. Durch Begradigung und Ausbau der Gewässer sind diese Lebensräume weitgehend verlorengegangen.

In Sand- und Kiesgruben haben die Uferschwalben einen „Lebensraum aus zweiter Hand“ gefunden. Hier können sie in den Steilwänden am Ufer ihre bis zu einen Meter langen Niströhren graben. Infolge von Niederschlägen flachen diese Uferbereiche aber mit der Zeit ab und sind nicht mehr als Brutstätte geeignet.

Mitarbeiter der Firma Sehring haben nun rechtzeitig vor der Rückkehr der Uferschwalben mit einem Bagger die Steilwand wieder optimal hergerichtet. Dank dieser regelmäßigen Maßnahme nisten alljährlich 50 bis 60 Paare am Langener Waldsee.

Im Kreis Offenbach existieren lediglich zwei weitere Kolonien in der Sandgrube bei Heusenstamm und am Kiessee bei Nieder-Roden.

Sandabbau und Naturschutz am Langener Waldsee

Sommerzeit und Hitze, wer denkt da nicht an Erholung und Abkühlung etwa am Langener Waldsee? Aber es sind nicht nur solche Freizeitaktivitäten, die den See auszeichnen.

Für Ornithologen und Naturschützer ist der Langener Waldsee ebenso interessant. Seit vielen Jahren besteht ein gutes Verhältnis zwischen der Firma Sehring und dem Arbeitskreis Offenbach der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz. Auf dieser Grundlage konnten nicht nur bereits mehrfach Schutzmaßnahmen für gefährdete Tier- und Vogelarten, wie zum Beispiel die Schaffung von Steilwänden für Uferschwalben oder den Bienenfresser, umgesetzt werden. Auch die Arbeit der HGON wird in dankenswerter Weise  regelmäßig unterstützt.

Nach Beendigung des Sandabbaus und dem Abschluss der Rekultivierung im östlichen Bereich des Waldsees sind hier für die Vogelwelt wertvolle Lebensräume entstanden.

Drosselrohrsänger Acrocephalus arundinaceus

Dieser Tage haben Dipl.-Ing. Nina Thomas, zuständig für Rohstoffsicherung bei der Firma Sehring,  Dieter Ohler, Ortsbeauftragter für den amtlichen Vogelschutz in der Stadt Langen und Peter Erlemann, Sprecher des HGON-Arbeitskreises Offenbach diese positive Entwicklung in Augenschein genommen.

Als sehr negativ wurden die zahlreichen Trampelpfade durch Schilf und Aufforstungen sowie illegales Lagern und Baden an und in den kleinen Gewässern bewertet. Gerade in der Brutzeit sollten dort jegliche Störungen unterbleiben.

Desweiteren informierte Nina Thomas vor Ort über den weiteren Verlauf von Abbau und Rekultivierung in der Südgrube sowie die Anstrengungen der Firma Sehring, die Laichtümpel der Kreuzkröten zu sichern. Zudem wurde darüber gesprochen, wie die Steilufer als Nist-plätze zu erhalten und zu optimieren sind. Sandabbau und Naturschutz, am Langener Waldsee wird das nach Meinung der HGON positiv praktiziert.

35. Ornithologischer Jahresbericht erschienen

Im Jahr 2018 hat unser Arbeitskreis zwei Gefühlswelten erlebt. Schwungvoll wurde es begonnen mit vielfältigen Vorbereitungen für die Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des AK, die ein großes Echo gefunden hat.

Gegen Ende des Jahres erreichte uns die traurige Nachricht, dass Ernst Böhm, langjähriger Arbeitskreisleiter und unerbittlicher Streiter für den Naturschutz, verstorben ist. Dies macht uns betroffen und traurig. Ernst Böhm wird uns fehlen. Auch wenn sein Platz in unserer Runde nun leer bleibt, so wird er doch stets in Erinnerung bleiben.

Der vorliegende 35. Jahresbericht wurde wieder gemeinsam vom Arbeitskreis Offenbach der HGON und dem NABU Kreisverband Offenbach herausgegeben. Wie in all den Jahren zuvor bildet der Sammelbericht den Schwerpunkt. Grundlage sind die rund 25.000 Beobachtungen von 197 Personen, die ganz überwiegend im Internet auf www.ornitho.de eingegeben wurden und dort zur Verfügung stehen. Allen Meldern danken wir für die Mitteilungen ihrer Beobachtungen!

Blicken wir auf das Geschehen im Vorjahr, so ist festzustellen, dass Kiebitz und Schwarzhalstaucher nicht gebrütet haben. Somit müssen die beiden Arten wohl endgültig von der Liste der Brutvögel gestrichen werden. Sorge bereitet auch der Rotmilan, es konnte keine erfolgreiche Brut bestätigt werden. Die Ansiedlung vom Bienenfresser ist leider nicht dauerhaft geblieben, und offen bleiben muss, ob eine junge Zwergdommel und zwei junge Rohrweihen im Kreisgebiet aufgewachsen sind. Vom Wappenvogel des NABU, dem Weißstorch, hingegen gab es erstmals seit der Wiederansiedlung drei erfolgreiche Bruten mit zusammen 8 flüggen Jungen!

Weitere Artikel betreffen die Ergebnisse der Wasservogelzählungen, den Einflug von Taiga-Birkenzeisigen, die Bestandserfassungen der Schwalben in Langen und Dreieich sowie erstmals in Rödermark. Zudem wird über eine Brut vom Wendehals und Beobachtungen von Libellenarten berichtet.

HGON und NABU danken dem Kreisausschuss des Kreises Offenbach und den Magistraten der Städte Offenbach, Neu-Isenburg und Obertshausen vielmals für die gewährten Druckkostenzuschüsse!

I N H A L T                                                                                    Seite

Karte des Beobachtungsgebietes mit Gemarkungsgrenzen   4
Vorwort 5
   
Peter Erlemann, Mara Greve und Alexander Zaigler Ornithologischer Sammelbericht 2018 für das Gebiet von Stadt und Kreis Offenbach   7  
A. ALLGEMEINER TEIL 7
B. SPEZIELLER TEIL 15
Artkapitel Höckerschwan bis Turmfalke (M. Greve)  
Artkapitel Kranich bis Kleinspecht (A. Zaigler)  
Artkapitel Pirol bis Rohrammer (P. Erlemann)  
   
Peter Erlemann Nationale und internationale Wasservogelzählungen (WVZ) – Ergebnisse für die Zählgebiete 19 und 20 A im Jahr 2018   145  
   
Peter Erlemann Einflug von „Taigabirkenzeisigen“ Carduelis flammea flammea im Winter 2017/2018   163
   
Rudolf Lehmann Schwalbenbrutpaare in Langen, Egelsbach und Dreieich – Brutperiode 2018   173
   
Sven Burger Ergebnisse und Rückblick auf drei Jahre Schwalbenmonitoring in Rödermark   182
   
Wolfgang Ott Balz und Brut von Wendehälsen Jynx torquilla im Landkreis Offenbach, nah beobachtet   188
   
Wolfgang Ott Fliegende Edelsteine – Libellen-Beobachtungen am Angelweiher   194
   
Persönliches  
In memoriam Ernst Böhm 201
Zum Tod von Erich Siegler 203
  Artenregister   204

Interessenten können den Jahresbericht für 12,00 Euro incl. Versandkosten anfordern bei:

Peter Erlemann  E-Mail:  peter_erlemann(at)web.de

Feldlerchenerfassung im Dudenhöfer Feld und in Klein Welsheim am 31.3. und 1.4.2019

Begehung am 31. März 2019: Die um einen Tag vorgezogene Feldlerchenerfassung im Dudenhöfer Feld fand zwischen 16:30 Uhr und 18:30 Uhr statt. Anfangs war es sonnig, aber etwas windig. Gegen Ende zog es sich etwas zu. Erfasst wurde mit Klangattrappe (Smartphon). Im Feldbereich waren 16 bis 17 singende Männchen feststellbar.

Begehung am 1. April 2019: Bei der heutigen Feldlerchenerfassung in Klein Welsheim zwischen 9:00 und 10:45 Uhr wurden 7 bis 8 Reviere gefunden. Das Wetter war sonnig bei 7°C. Von 21 Hunden waren 3 angeleint. Brut- und Setzzeit ist in diesem Gebiet offenbar kein Thema? Eine Hundebesitzerin durchquerte mit ihrem Hund die Wiese des NSG Affelderschen. Wieviel Orchideen sie wohl dabei zertrampelt hat? Der Hund war auch nicht angeleint!

Das Ergebnis ist gefühlt wesentlich schlechter als bei der letzten Erfassung

In Erinnerung an unseren Freund Ernst Böhm

Ernst Böhm ist tot. Er ist am 3. Dezember 2018, wenige Tage vor seinem 86. Geburtstag, verstorben. Dies macht uns betroffen und traurig. Wir haben einen langjährigen Wegbegleiter und Freund verloren.

Ernst Böhm an seinem 80. Geburtstag. Für seine Verdienste im Naturschutz wurde er vom Bürgermeister der Stadt Neu-Isenburg, Herbert Hunkel (rechts), geehrt. Dabei waren auch Heinz Kapp, Vorsitzender des NABU Neu-Isenburg (zweiter von rechts) und Peter Erlemann (links), Sprecher des HGON Arbeitskreises Offenbach.

Ernst Böhm hatte sein Leben dem Naturschutz verschrieben. Erkämpfte unermüdlich für den Erhalt von Lebensräumen und den Schutz gefährdeter Arten.

Für unseren Arbeitskreis, den er lange Jahre geführt und geprägt hat, war er Vorkämpfer und Gallionsfigur.

Hatte sich Ernst Böhm in eine Sache verbissen so setzte er alles dran, sie zu einem positiven Ende zu führen.

Ein herausragendes Beispiel hierfür ist die Ehemalige Tongrube von Mainhausen. Als Ernst Böhm bei einem Ortsermin, bei dem es um die geplante Teilverfüllung der Grube ging, ein Paar Schwarzhalstaucher mit Jungen auf dem See bemerkte war seine Reaktion „Das könnt ihr vergessen, das wird ein Naturschutzgebiet“!

Und Ernst Böhm machte sich auf den verschiedenen politischen Ebenen stark, selbst eine Postkartenaktion für den Erhalt der Grube an den zuständigen Minister hat er realisiert.

Das Ergebnis ist bekannt: Die Ehemalige Tongrube von Mainhausen ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden!

Der energische und hartnäckige Einsatz von Ernst Böhm hat bei vielen Freunden und auch Gegnern Bewunderung und Anerkennung hervorgerufen. Seine zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen sind deutlicher Beweis dafür.

Kaum bekannt war für uns die andere Seite des Ernst Böhm: Sein herzensguter Umgang mit Kindern. Ich sehe es vor mir als ob es gestern war, als wir während einer ornithologischen Reise nach Bulgarien nebeneinander im Flugzeug saßen.

In der Reihe vor uns schaute ein vielleicht fünf Jahre altes Mädchen immer wieder vorsichtig über den Sitz zu uns nach hinten. Da nahm Ernst ein Taschentuch, zog es über den Zeigefinger und formte geschickt eine kleine Puppe damit. Mit Daumen und Mittelfinger breitete er die „Arme“ aus, das Püppchen begann zu tanzen, und die Augen des kleinen Mädchens strahlten!

Auch das war Ernst Böhm.

Und dann kam der Tag, als sich der Kreis geschlossen hat. Geboren am 12. Dezember, und an diesem Datum – 86 Jahre später- nahmen wir Abschied.

Wir sind traurig, dürfen aber auch froh und dankbar dafür sein, dass wir viele Jahre den Lebensweg mit ihm gegangen sind.

Ernst Böhm wird uns stets in dankbarer Erinnerung bleiben.

Peter Erlemann, Arbeitskreissprecher