In Erinnerung an unseren Freund Ernst Böhm

Ernst Böhm ist tot. Er ist am 3. Dezember 2018, wenige Tage vor seinem 86. Geburtstag, verstorben. Dies macht uns betroffen und traurig. Wir haben einen langjährigen Wegbegleiter und Freund verloren.

Ernst Böhm an seinem 80. Geburtstag. Für seine Verdienste im Naturschutz wurde er vom Bürgermeister der Stadt Neu-Isenburg, Herbert Hunkel (rechts), geehrt. Dabei waren auch Heinz Kapp, Vorsitzender des NABU Neu-Isenburg (zweiter von rechts) und Peter Erlemann (links), Sprecher des HGON Arbeitskreises Offenbach.

Ernst Böhm hatte sein Leben dem Naturschutz verschrieben. Erkämpfte unermüdlich für den Erhalt von Lebensräumen und den Schutz gefährdeter Arten.

Für unseren Arbeitskreis, den er lange Jahre geführt und geprägt hat, war er Vorkämpfer und Gallionsfigur.

Hatte sich Ernst Böhm in eine Sache verbissen so setzte er alles dran, sie zu einem positiven Ende zu führen.

Ein herausragendes Beispiel hierfür ist die Ehemalige Tongrube von Mainhausen. Als Ernst Böhm bei einem Ortsermin, bei dem es um die geplante Teilverfüllung der Grube ging, ein Paar Schwarzhalstaucher mit Jungen auf dem See bemerkte war seine Reaktion „Das könnt ihr vergessen, das wird ein Naturschutzgebiet“!

Und Ernst Böhm machte sich auf den verschiedenen politischen Ebenen stark, selbst eine Postkartenaktion für den Erhalt der Grube an den zuständigen Minister hat er realisiert.

Das Ergebnis ist bekannt: Die Ehemalige Tongrube von Mainhausen ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden!

Der energische und hartnäckige Einsatz von Ernst Böhm hat bei vielen Freunden und auch Gegnern Bewunderung und Anerkennung hervorgerufen. Seine zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen sind deutlicher Beweis dafür.

Kaum bekannt war für uns die andere Seite des Ernst Böhm: Sein herzensguter Umgang mit Kindern. Ich sehe es vor mir als ob es gestern war, als wir während einer ornithologischen Reise nach Bulgarien nebeneinander im Flugzeug saßen.

In der Reihe vor uns schaute ein vielleicht fünf Jahre altes Mädchen immer wieder vorsichtig über den Sitz zu uns nach hinten. Da nahm Ernst ein Taschentuch, zog es über den Zeigefinger und formte geschickt eine kleine Puppe damit. Mit Daumen und Mittelfinger breitete er die „Arme“ aus, das Püppchen begann zu tanzen, und die Augen des kleinen Mädchens strahlten!

Auch das war Ernst Böhm.

Und dann kam der Tag, als sich der Kreis geschlossen hat. Geboren am 12. Dezember, und an diesem Datum – 86 Jahre später- nahmen wir Abschied.

Wir sind traurig, dürfen aber auch froh und dankbar dafür sein, dass wir viele Jahre den Lebensweg mit ihm gegangen sind.

Ernst Böhm wird uns stets in dankbarer Erinnerung bleiben.

Peter Erlemann, Arbeitskreissprecher

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